Sanjeewa Jayabandu

Nach sechs Jahren als Buddhistischer Mönch haben Sie einen anderen Lebensweg eingeschlagen und Ayurveda für sich entdeckt. Warum?
Ich hatte zwar gelernt, wie man Geist und Seele heilen kann, allerdings auch, dass dieser Prozess in einem kranken Körper nicht funktioniert. Ein gesunder Geist ist abhängig von einem gesunden Körper. Und hier kommt Ayurveda ins Spiel: Wenn ayurvedische Aspekte wie gute Verdauung und guter Schlaf in Ordnung sind, dann kann auch der Geist heilen. Das ist die Basis, um Achtsamkeit zu üben.

Bitte erklären Sie uns mal Ihren holistischen Ansatz, wie Sie für Ihre Gäste Ayurveda mit Meditation verbinden.
Wir sprechen übergreifend vom Wohlbefinden von Körper, Geist und Seele und möchten unsere Gäste langsam dazu heranführen, sich zu fühlen, sich zu hören, eine Verbindung zu sich selbst herzustellen. Das beginnt mit Vorstufen zur Meditation. Dann vertiefen wir den Prozess. Dafür muss man generell offen sein. Wer nichts für Mentaltraining übrig hat, sollte dazu auch nicht gezwungen werden.

Sie sprechen von Yoga als befreiende Erfahrung. Was meinen Sie damit?
Wenn man im Yoga auf seinen Körper hört und versteht, wie er sich bewegt, wie der Atem und der Körper aufeinander wirken und welche Emotionen dabei entstehen, dann ist das befreiend. Dazu braucht es viel Übung. Befreiend bedeutet aber auch, dass Yoga unabhängig von Religion, Kultur und sogar unabhängig von einem Lehrer ist. Es geht nur um Dich. Fühl einfach nur, wer oder was Du bist!

Weinen Ihre Schüler/Gäste eigentlich auch? Vielleicht sogar vor Glück?
Am Anfang eher vor Schmerzen, wenn ich sie korrigiere. Das Vergnügen kommt später – eben beim Gefühl von Freiheit. Wenn man anfangs total verspannt ist, setzten Bewegung und Atmung Schmerzen frei, die manchmal seelisch bedingt sind, manchmal von falschen Angewohnheiten stammen.

Sollte man sich vor einem Aufenthalt in Ihrem Haus vorbereiten?
Bei Ayurveda muss jeder Gast Eigenverantwortung übernehmen. Deshalb rate ich immer: Seien Sie einfach offen und auch sich selbst gegenüber unvoreingenommen.